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Die geheimen Machenschaften der deutschen Müllcontainermafia

Als er nun kürzlich notgedrungenerweise für kurze Zeit das winterliche Hamburg mit der seinen Lungen entstömenden ideenschwangeren Atemluft beglücken konnte, um sein Penthouse an der Spitze der neuen Elbphilharmonie zu begutachten, fiel ihm auf, dass seit seinem letzten Deutschlandbesuch irgendetwas anders war.

Denn irgendetwas stimmte nicht, kam ihm nicht ganz koscher vor, ja man könnte sagen, war faul an der ganzen Chose. Eine wirklich dubiose – die allerdubioseste – Angelegenheit.

Und da dämmerte es ihm, fiel ihm geradezu wie Schuppen von den Augen: Die Altpapiercontainer wurden einfach so, mir nichts dir nichts, quasi über Nacht, ausgetauscht, ohne ihn um Erlaubnis zu fragen, nein, um Erlaubnis zu betteln.

Bei seinem letzten Aufenthalt standen nämlich an ebendiesem Orte noch die guten, alten, roten Müllcontainer. Nun, gerade einmal zwei lächerliche Wochen später, erblickten seine Abscheulichkeiten aller Art sofort identifizierenden Augen neue, der Norm entsprechende, böse und das schlimmste – das allerschlimmste – von allen: blaue (!) Container.

Eine Bodenlosigkeit sondergleichen. Ja, eine an beleidigender Dreistigkeit nicht zu überbietende Impertinenz. Nun war oberste Priorität sich das Gesicht abzuwischen oder besser, unverzüglich in die Elbe zu hüpfen oder, abermals besser, sich vom Quarantäneteam seines Vertrauens bis auf die Poren reinigen zu lassen, denn er fühlte sich schmutzig. Nein, er fühlte sich nicht nur schmutzig, er fühlte sich bis ins Innerste beschmutzt, beleidigt und beschämt.

Man hatte ihm aus vollem Anlauf ins Gesicht gespuckt. Und einem Willem Theodorus van der Leeuwen spuckt man nicht einfach ins Gesicht!

Gestresst

Die Suche nach künstlerisch-ästhetisch anspruchsvollem Wohnraum kommt mit ihren Tücken und Gefahren.

Sie kommt selbstverständlich auch mit ihren Kosten – zumindest ist das gemeine Volk andauernd dieser niederen Meinung – aber solch primitive Belange müssen für einen Willem van der Leeuwen nicht von Sorge sein, nein, denn er hat schon längstens – schon allerlängstens – mit dem ordinären Gut des Monetären abgeschlossen. So etwas vulgäres wie Geld spielt keine Rolle im Leben eines Willem van der Leeuwen.

Welch ein Glück nun wenn man eben diesen Namen Willem van der Leeuwen trägt, und eben auf solch niedere Banalitäten keinen seiner wertvollsten – seiner allerwertvollsten – Gedanken zu vergeuden braucht.

Dennoch ist es bisweilen recht stressig – und was er mit stressig meint ist, dass sich seine Ästhetenseele unter zu viel Reisen gleich einer Weinbergschnecke – welche übrigens ganz vorzüglich mundet –  in ihr Haus namens Bach, Goldbergvariationen zurückziehen will.

So muss er sich nun Wichtigerem als dem Schreiben widmen…

Der kurze aber leider sehr steinige Weg zum besten – zum allerbesten – und außerdem einzig wahren Blog

Nun war es einmal ein sehr schöner, wenn nicht gar der schönste – der allerschönste – Nachmittag, oder auch Abend, so genau weiß er das jetzt auch nicht mehr, im Januar des frischgeschlüpften Jahres 2017.

Es ist zwar noch winterlich gewesen, hier in Rotterdam, aber ein Hauch von Frühjahr hatte sich zwischen all dem Schnee bemerkbar gemacht und so war es ihm vergönnt, den obersten Knopf seines Mantels ein Stück weit aufzuknöpfen, ohne sich beim Lustwandeln durch die malerischsten – durch die allermalerischsten – Gärten Rotterdams einen Schnupfen zuzuziehen. Und so kam es, wie es eben kommen musste – und zwar über ihn wie ein Blitzschlag: ein Blog muss her!

Nun erweist sich die Erstellung eines sogenannten Blogs als komplizierter als der Laie zunächst vermuten will.

Zuforderst muss eine adäquate Umgebung, das heisst eine sogenannte Host-Site, gefunden werden, welche dem ambitionierten Blogger zusagt. Und nun beginnt der Spaß. Oder eben die Misere – der Volksmund würde vermutlich auch sehr gerne das Substantiv Kack in ebenjenen nehmen.

Das Problem, welches sich im weiteren Verlauf ergibt, ja sich auf geradezu belästigende Art und Weise aufdrängt, ist nun nämlich die Erstellung eines sogenannten Profils auf erwähnter Website, ähnlich wie das der Bereifung eines Automobils. Nur eben digital.

Die meisten (guten) Namen sind dabei selbstverständlich schon vergeben, was durch die Wirren des sogenannten Internets hervorgerufen wird, und gleichzeitig in zivilisiertem Maße die Wiederholbarkeit aller Kreativität vor Augen führt.